Auf zur grünen Insel Spiekeroog

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Ahoi, Nordsee!

Im heutigen Nordsee-Podcast „Teetied & Rosinenbrot“ nimmt euch Marlene mit auf einen Tagesausflug nach Spiekeroog – auf eine Insel ohne Autos, ohne Flugplatz und ohne Lärm. Stattdessen warten Meeresrauschen, weiße Strände, weite Dünen und ein Inseldorf, in dem die Zeit ein kleines bisschen stehen geblieben ist.

Von der Ankunft im Hafen über den Weg zum Strand bis zum Spaziergang durch Dünen, Wäldchen und historische Gassen erzählt Marlene, warum Spiekeroog auch die grüne Insel genannt wird – und weshalb gerade ihre Ruhe den besonderen Zauber ausmacht.

Inselglück zu Fuß

Spiekeroog entdeckt man am besten langsam: barfuß am Meer, zu Fuß durch das Dorf und mit offenen Augen für kleine Besonderheiten wie die Alte Inselkirche, das Sonnentauwäldchen oder die alten Häuser mit ihren tief gezogenen Dächern.

Und wer von Dornum aus einen Inseltag plant, bekommt in dieser Folge viele praktische Tipps für Fähre, Rundgang und entspannte Stunden zwischen Strandkorb, Teepause und Nordseewind.

Zugvögel im Wattenmeer und der Nordsee
nordsee podcast marlene dornum

Die ganze Episode zum Nachlesen:

Moin und herzlich willkommen bei einer neuen Folge von Teetied und Rosinenbrot, dem Podcast aus Dornum.

Keine Autos, kein Flugplatz, kein Lärm – stattdessen Meeresbrandung, weite Dünen, Wind und feinster weißer Strand.

Heute geht es auf die Insel: nach Spiekeroog, eine der kleineren Ostfriesischen Inseln. Sie ist rund 18 Quadratkilometer groß und liegt zwischen Langeoog und Wangerooge.

Spiekeroog ist für mich auch die ursprünglichste Insel. Eine Insel, die noch ein wenig den Zauber vergangener Zeiten versprüht.

Das Inseldorf von Spiekeroog

Das Inseldorf mit seinen engen Gassen und den historischen Friesenhäusern ist in seinen Grundzügen noch sehr gut erhalten geblieben. Das liegt auch daran, dass man hier vor vielen Jahren die kluge Entscheidung getroffen hat, keine neuen, modernen und mehrgeschossigen Bauten zuzulassen.

Die Häuser bestehen aus rotem Backstein, der auch weiß gestrichen werden darf. Viele Häuser sind im oberen Giebel mit Holz verkleidet. Auch diese Farbe ist einheitlich: dunkelgrün – genauso wie die Holzzäune vor den Gärten.

Eine weitere Besonderheit ist der wunderbare alte Baumbestand im Dorf.

Wenn man durch das Inseldorf spaziert, vorbei an den hübschen Häusern und den gepflegten Vorgärten, hat man fast das Gefühl, die Zeit sei stehen geblieben.

Autofrei, ruhig und wunderbar langsam

Auch bei den Verkehrsmitteln scheint die Zeit ein wenig stehen geblieben zu sein. Denn für Einheimische und Gäste gibt es auf Spiekeroog vor allem zwei Möglichkeiten: Pferdekutsche fahren – oder laufen.

Autos sind auf Spiekeroog nicht erlaubt. Und selbst Fahrräder sind wegen der engen Wege nur außerhalb des Ortskerns erwünscht.

Aber ganz ehrlich: Es lohnt sich ohnehin kaum, Fahrräder mitzunehmen. Auf Spiekeroog ist alles sehr kompakt und gut zu Fuß erreichbar.

Der Strand – das große Inselversprechen

Für Tagesgäste ist natürlich der Strand das große Highlight.

Mit Insel verbindet man schließlich genau das: einen Tag am Meer, baden, durchatmen, Sand unter den Füßen spüren und dieses besondere Inselfeeling genießen.

Und Strand hat Spiekeroog jede Menge: rund 15 Kilometer weißen Sandstrand.

Wer den Tag einfach am Meer verbringen möchte, kann das wunderbar tun – mit Baden, Spazierengehen oder Entspannen im Strandkorb.

Weitläufiger Sandstrand mit Nordseewellen und zwei Spaziergängern auf Spiekeroog
Spiekeroog Tourismus – Kea Leffers

Eine kleine Rundtour über die Insel

Wer etwas aktiver sein möchte und Lust hat, die Insel zu erkunden, dem empfehle ich eine kleine Rundtour.

Dabei lernt ihr neben Strand und Dorf noch zwei weitere Landschaftsformen kennen: die wunderschöne, fast mediterran anmutende Dünenlandschaft und die kleinen Wäldchen mit Eichen, Birken, Erlen und Buchen.

Gerade diese Wäldchen sind eine Besonderheit. So etwas findet man auf den anderen Ostfriesischen Inseln nicht in dieser Form. Deshalb wird Spiekeroog auch die grüne Insel genannt.

Vom Hafen Richtung Strand

Das merkt ihr schon, wenn ihr mit dem Schiff im Hafen ankommt und Richtung Dorf lauft – und dann weiter Richtung Strand.

Denn klar: Als Erstes will man natürlich ans Meer.

Dort angekommen erwartet euch ein wunderbares Panorama: der endlose Strand, das blaue Meer, die Brandung der Nordsee.

Das ist Inselgenuss pur.

Also: Schuhe aus – und ab ans Meer.

Strandspaziergang Richtung Osten

Am Strand könnt ihr natürlich den ganzen Tag verbringen.

Wenn ihr aber noch ein bisschen mehr von Spiekeroog sehen möchtet, startet ihr irgendwann euren Rundgang mit einem ausgedehnten Strandspaziergang.

Am besten lauft ihr am Meeressaum entlang Richtung Osten.

Links liegt die Weite der Nordsee. Rechts erhebt sich die hohe Dünenkette. Und wie lange ihr spazieren möchtet – zwei, drei oder mehr Kilometer –, das bleibt euch überlassen. Es hängt natürlich auch davon ab, wie viel Zeit ihr auf Spiekeroog habt.

Irgendwann geht es dann wieder Richtung Inselinneres, also nach Süden. Dafür könnt ihr einen der vielen Strandzugänge nutzen, die sich durch die Dünen zurück ins Innere der Insel schlängeln.

Nationalpark-Haus Wittbülten

Ein schönes Ziel für eine Pause ist das Nationalpark-Haus Wittbülten am Hellerpad. Dort könnt ihr euch die Ausstellung anschauen oder im Café eine Kleinigkeit essen und trinken. Anschließend geht es wieder Richtung Westen, zurück ins Inseldorf.

Historische Häuserzeile im Inseldorf Spiekeroog mit der Inselbäckerei und baumgesäumtem Weg
Spiekeroog Tourismus – Kea Leffers

Der Dünenspaziergang

Vom Nationalpark-Haus Wittbülten führt ein wunderschön angelegter Rundweg durch die Dünen bis in Richtung Dorf, genauer bis zum Friederikenweg.

Dieser Weg heißt Dünenspaziergang.

Er schlängelt sich rund vier Kilometer durch die Dünenlandschaft. Unterwegs findet ihr kleine Tafeln, auf denen ihr mehr über Flora und Fauna erfahrt.

So lernt man die unterschiedlichen Dünengärten und die kleinen Inselwäldchen kennen, die für eine Insel im Wattenmeer so besonders und eher untypisch sind.

Denn man kann sich gut vorstellen: Ständiger Wind, salzhaltige Luft und nährstoffarmer Sandboden machen es Bäumen nicht leicht.

Die kleinen Wälder der Insel

Viele dieser kleinen Wäldchen wurden früher von den Inselbewohnern angepflanzt, um die Dünen zu stabilisieren und vor Sandverwehungen zu schützen.

Es gibt aber auch ein Wäldchen auf Spiekeroog, das nicht künstlich angepflanzt wurde, sondern sich natürlich entwickelt hat: das Sonnentauwäldchen.

So lieblich wie sein Name ist, so wirkt es auch: ein lichtes, friedliches Birkenwäldchen – und mein persönlicher Favorit auf der Insel.

Dünenweg durch die grasbewachsenen Dünen von Spiekeroog mit Blick aufs Meer

Dorfbummel durch den historischen Ortskern

Wenn ihr am Friederikenweg angekommen seid, solltet ihr euch unbedingt noch etwas Zeit für einen Dorfbummel nehmen.

Der älteste Teil des Dorfes liegt zwischen den Straßen Noorderloog und Süderloog.

Hier findet ihr einige historische Kostbarkeiten, zum Beispiel die Alte Inselkirche. Sie ist die älteste erhaltene Kirche auf den Ostfriesischen Inseln und ein echtes Schmuckstück.

Besonders schön sind die bemalten Wände und das Deckengewölbe, von dem ein tiefblauer Sternenhimmel strahlt. Das ist wirklich ein Hingucker.

Das Alte Inselhaus und das Schwimmdach

Bestimmt fallen euch im Dorf auch die teilweise sehr großen Dächer der alten Backsteinhäuser auf. Häufig ziehen sie sich fast bis zum Boden hinunter – zum Beispiel beim Alten Inselhaus im Süderloog.

In diesem Haus verbirgt sich eine Rarität: ein sogenanntes Schwimmdach.

Dabei ist die Decke des Hauses nicht mit dem Mauerwerk verbunden, sondern nur mit dem Dach. Dieses Schwimmdach galt früher als mögliche letzte Rettung bei Sturmfluten.

Im Ernstfall konnten sich die Bewohner in das Dachgeschoss retten. Das nur begrenzt seetüchtige Dach sollte sich vom übrigen Haus lösen können. Es war nur durch unvernagelte Zapfen mit dem Mauerwerk verbunden. Der Nordwind, der die Sturmflut verursachte, sollte das Dach dann wie ein Schiff Richtung Küste treiben, wo sich die Bewohner retten konnten.

Allerdings halten viele Expertinnen und Experten diese Rettungsfunktion heute eher für einen Mythos. Es gibt also unterschiedliche Einschätzungen, ob solche Schwimmdächer tatsächlich seetüchtig gewesen wären.

Teepause und Rückweg zum Hafen

Vielleicht bleibt danach noch etwas Zeit für eine Teepause oder ein leckeres Eis auf die Hand.

Dann geht es wieder zurück Richtung Hafen. Dort wartet die Fähre und bringt euch zurück ans Festland nach Neuharlingersiel.

Neuharlingersiel ist der Fährhafen für Spiekeroog und liegt rund 20 Kilometer von Dornumersiel entfernt.

Die Fähren fahren täglich, allerdings tideabhängig – also abhängig von Ebbe und Flut. Deshalb ändern sich die Abfahrtszeiten von Tag zu Tag.

Ihr solltet euch also frühzeitig erkundigen, ob ihr während eures Urlaubs einen günstigen Tag für einen Tagesausflug erwischt.

Fähre und WattnExpress

Die Überfahrt mit der regulären Fähre dauert etwa 45 Minuten.

Mittlerweile gibt es auch eine Schnellfähre, den WattnExpress. Sie bringt euch in rund 20 Minuten zur Insel. Die Schnellfähre ist kleiner, nimmt entsprechend weniger Personen mit und ist etwas teurer als die normale Fähre.

Preise, Abfahrtszeiten und Online-Buchungsmöglichkeiten findet ihr auf den Webseiten der Insel und der Reederei.

Oder ihr schaut einfach in den Touristinfos in Dornumersiel und Neßmersiel vorbei. Dort liegen Fahrpläne aus, und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geben euch gerne weitere Tipps für einen entspannten Inseltag.

Abschied

Und das war es für heute von der grünen Insel Spiekeroog.

Sternenhimmel über einem weißen Haus auf Spiekeroog
Der Nordsee Podcast aus Dornum

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